Nachbarschaftshilfe Garching e.V.: Neues Hilfsprojekt für Flüchtlinge


Pressemitteilung vom 18.09.2015


Vor Ort ist die Nachbarschaftshilfe Garching bereits seit längerem intensiv für „unsere“ Flüchtlinge im Einsatz! Ein konkretes Ereignis veranlasst den Verein nun auf der griechischen Insel Lesbos ein eigenes Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen.

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen wir, die Gesellschaft und jeder einzelne von uns, vor besonderen Herausforderungen stehen. Die Flüchtlingsproblematik in Europa und vor allem auch in unserem Land stellt aktuell wohl unumstritten eine solche Situation dar. Hundert Tausende sind auf der Flucht vor Krieg und Elend. In der Hoffnung auf ein besseres Leben in Sicherheit und Frieden nehmen sie allerlei Strapazen auf sich – kilometerweite Fußmärsche, lebensbedrohliche Seeüberfahrten, Krankheit, Nässe und Kälte, ohne ein festes Dach über dem Kopf. Von den unwürdigen und teilweise brutalen zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen einmal ganz abgesehen. Gerade Kinder, Schwangere und gebrechliche Menschen leiden unter den teilweise unzumutbaren Zuständen. Die Nachbarschaftshilfe Garching e.V. sieht sich vor Ort und auch über die Grenzen unseres Landes hinaus in der Verantwortung zu handeln.

Aus dem Fundus der Schatzkammer und des Möbellagers werden von uns immer wieder dringend benötigte Sachgüter wie Möbel, Haushaltsutensilien oder Kleidung gespendet. Darüber hinaus unterstützt unser Verein seit Anfang September die Stadt Garching bei der Betreuung von vier schwangeren jungen Frauen aus Afrika. Dank einiger engagierter Familien aus Garching und sogar Trudering konnten schnell und unkompliziert ein Babybett, ein Stubenwagen, eine Wiege und zwei Kinderwägen beschafft werden (zwei weitere werden noch benötigt). So wird zumindest den neuen Erdenbürgern ein guter Start beschert.

Anders ergeht es Neuankömmlingen an den europäischen Außengrenzen. Die Not dieser Menschen hat die Nachbarschaftshilfe Garching veranlasst, ein ganz konkretes Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen. Ein Mitglied unseres Vorstandes gab aufgrund persönlicher Erlebnisse den Anstoß dazu: Martina Hanuschik besucht mit ihrer Familie regelmäßig die Insel Lesbos, um dort ihren Vater, der in dem idyllisch gelegenen Küstendorf Skala Sykaminea lebt, zu besuchen. Doch heuer war der Urlaub anders als sonst. Frau Hanuschik erlebte die katastrophale, dramatische Flüchtlingssituation hautnah. Wenn auch durch die Erzählungen ihres Vaters vorbereitet, waren sie und ihre Familie doch erschüttert von dem Ausmaß dieser humanitären Katastrophe. Zusammen mit Einheimischen und Touristen halfen sie erschöpften und durchnässten Flüchtlingen, darunter auch viele Kinder und Säuglinge, die dort auf überfüllten Schlauchbooten mit 40 - 50 Menschen am Dorfstrand landeten. Es wurden Wasser, Obst und Müsliriegel verteilt, wenn vorhanden, trockene Kleidung und Windeln ausgegeben, sowie Flüchtlinge im Auto zur 60 km entfernten Hauptstadt Mytilene zur Registrierung gebracht. Die meisten der Ankömmlinge mussten sich allerdings zu Fuß auf den Weg machen, da nur drei Busse zur Verfügung standen. 

Leider ist noch keine Hilfsorganisation vor Ort aktiv. Die Einheimischen wiederum sind nicht in der Lage, der großen Anzahl ankommender Flüchtlinge zu helfen. Mittlerweile hat sich die Situation noch weiter zugespitzt. Waren es im August ca. 2000 Menschen pro Tag, die auf der Insel Lesbos ankamen, sind es mittlerweile bis zu 4000 pro Tag! Dass ihre gefährliche und beschwerliche  Reise noch lange nicht zu Ende ist, lässt sich tagtäglich den Medien entnehmen.
Auf der Insel fehlt es an so vielen Dingen. Meist besitzen die Menschen nur noch die Sachen, die sie am Leib tragen, haben eine Tüte oder einen kleinen Rucksack mit dem Nötigsten dabei. Die kalte Jahreszeit steht bevor und die Lage wird sich noch verschlimmern.

Die Bilder von weinenden Kindern und von der Flucht gekennzeichneten Frauen und Männern werden Frau Hanuschik und ihrer Familie in Erinnerung bleiben; ebenso der Wunsch, diesen Menschen zu helfen. So erging es auch den übrigen Vorstandsmitgliedern der Nachbarschaftshilfe Garching, als Ihnen von dem Erlebten erzählt wurde. Nun möchte der Verein, wie schon in vielen anderen Bereichen, auch hier seine Hilfe anbieten.

Die Mitarbeiter, Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer sammeln Hilfsgüter wie Kleidung, Babynahrung, Hygieneartikel, Decken, Schlafsäcke und Zelte, um diese dann nach Lesbos zu schicken. Es besteht persönlicher Kontakt zu einem freiwilligen Helferkreis vor Ort, der Tag und Nacht im Einsatz ist und auf diese Spenden angewiesen ist. Für den Einkauf von Hilfsgütern und für die Finanzierung des Transportes werden jedoch dringend Geldspenden benötigt. Wer helfen möchte, kann bei der Nachbarschaftshilfe Garching unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfeprojekt Lesbos“ einen Beitrag leisten:

Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg
IBAN: DE40 7025 0150 0090 1904 14
BIC: BYLADEM1KMS

Jede Spende hilft. Danke!

Der Link https://youtu.be/UWbogbK3MvY vermittelt einen Eindruck von der Lage auf Lesbos. Für Fragen und weitere Informationen steht Frau Hanuschik (Tel.: 089 326 26 727; Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gerne zur Verfügung. Alles Wissenswerte zur Nachbarschaftshilfe Garching e.V. und unserer Arbeit auf www.nbh-garching.de.